Singapur, Malaysia: Pulau Tioman, Kuantan, Taman Negara

Singapur

Was wir in Singapur gelernt haben:

  • Glace im farbigen Toastbrot scheint eine beliebte Zwischenmahlzeit zu sein
  • draussen schwitzt man, drinnen friert man
  • shoppen und essen kann man hier wunderbar
  • mit dem Beine rasieren nehmen die jungen Frauen hier nicht so genau :)
  • es hat sich wieder mal gezeigt, das ich von uns beiden die ungeschlagene Queen bin, was die U-Bahn-Pläne betrifft, Mathias ist dafür für alles zuständig, was der Orientierung an der "Oberfläche" betrifft, so sind wir ein gutes Team :)

 

3 Tage haben wir in Singapur im hangout@mt.emily verbracht. Dort haben wir in den wenigen Stunden, die wir im Zimmer verbracht haben, den ungewohnten Komfort, die Klimaanlage und die warme Dusche morgens genossen.

Die Hitze (durch die Luftfeuchtigkeit gefühlte 45 Grad!) dort machte uns ziemlich zu schaffen und auch der „Haze“ dort war knapp an der Grenze zu „ungesund“, was sich bei uns vor allem durch Kopfschmerzen und Müdigkeit zeigte. Der Smog von all den Waldbränden in Sumatra und Borneo zieht sich durch ganz Malaysia und sogar Teilen von Thailand. Und dass es nun schon länger als normalerweise nicht geregnet hat, macht es auch nicht gerade besser.

So verbrachten wir den ersten Tag vorallem in den unzähligen und riesigen Shopping-Malls (in manchen kann man tatsächlich 24h/Tag shoppen gehen). Und ja, wir haben auch ein paar Kleider gekauft, dafür aber auch ein paar Sachen entsorgt.

Abends haben wir uns die Lichtershow bei den „Gardens by the bay“ angeschaut, ein grosser künstlich angelegter Park (101 Hektar), das einige 100 Millionen gekostet hat. Immerhin versuchen sie den Park mit aufgefangenem Regenwasser zu wässern. Das Highlight sind die so genannten "Supertrees", die jeden Abend zu der oben genannten Lichtershow mit Musik beschallt werden und ein schönes Spektakel darbieten. Ausserdem kann man auf einer Hängebrücke zwischen 3 Supertrees laufen, allerdings ist die Zeit dort oben begrenzt (15min), was für mich schon viel zu kurz war und für Mathias erst recht, um Fotos zu machen. wir wurden regelrecht weiter getrieben : keep on moving!!

 

Allgemein hat uns Singapur ein bisschen an New York City erinnert, auch wenn uns New York besser gefallen hat, an vielen Orten mehr Charme besitzt und es im Singapur deutlich sauberer ist (Ist ja auch vieles verboten: z.B. Kaugummis, Essen und Trinken in der UBahn und auf dem Bahnsteig). Auch hier gibt es bestimmte Viertel mit unterschiedlichen Kulturen: China Town mit viel Krimskrams und Unnötigem zu kaufen, Little India, das nach Curry riecht und jede Menge Natelshops hat und Arab Street mit einem kleinen Hipsterviertel.

 

Ursprünglich hatten wir ja vor, direkt weiter nach Sumatra zu reisen. Doch wie schon erwähnt, ist dies zur Zeit nicht gerade empfehlenswert und wir brauchten dringend ein paar Tage "reisefrei", Nichtstun, Lesen und weiter planen. Nach langem Überlegen entschieden wir uns deshalb nach Malaysia zu reisen und ein paar Tage (ursprünglich sollte es eine Woche werden, doch dazu gleich mehr...) auf der Insel Pulau Tioman zu bleiben.

 

Pulau Tioman

Mit dem Bus fuhren wir also knapp 4h über die Grenze bis nach Mersing, wo (eigentlich) die Fähre nach Pulau Tioman fahren sollte. Doch als wir mittags dort ankamen, war die letzte Fähre bereits abgefahren. Die Fähre passt sich (natürlich) den Gezeiten an und da momentan nach 12h Ebbe ist, kann anschliessend keine Fähre mehr fahren. Allerdings wollten wir wirklich noch am selben Tag rüber auf die Insel, da wir unsere Unterkunft schon gebucht hatten. Also bekamen wir ein Angebot für ein kleines Speedboot (die können auch bei Ebbe fahren), das allerdings 1500 Ringgit kosten sollte (ca. 335 Fr.) kosten sollte, das war uns allerdings zu viel. Zusammen mit 2 deutschen Frauen, die ebenfalls noch heute auf die Insel wollten, warteten wir 2 weitere Busse ab, ob dort noch mehr Touristen ankommen, die denselben Plan wie wir, damit wir uns die Kosten teilen können. Aber: Fehlanzeige. Also nutzen wir die letzte Chance und liefen zum Hafen, wo wir auch schon direkt von einem Speedbootmensch angesprochen wurden. Er bot uns an (mit 5 weiteren Touristen) für 130Ringgit/Person (ca. 30Fr.) nach Pulau Tioman zu fahren. Da mussten wir nicht lange überlegen und schliesslich tuckerten wir mit einem kleinen Boot (dafür mit Schwimmwesten) los, wobei "tuckern" eigentlich das falsche Wort ist: Kapitän Speedy Gonzales, der wohl zu viel Klebstoff oder sonst was geschnüffelt hatte, fuhr in einem Affentempo Richtung Insel. Doch er brachte uns immerhin sicher an unser Ziel.

Von dort aus riefen wir im Bushman an (merci Simi und Strolch für die Empfehlung!), der uns mit seinem Pickup abholte und uns nach 30 Minuten Fahrt über den Hügel, durch den Dschungel zu der Unterkunft brachte. Dort konnten wir 3 Nächte in einem schönen Bungalow direkt am Strand verbringen,die Seele baumeln lassen, die Ruhe geniessen und die Zeit mit Lesen verbringen. Einziger Minuspunkt: Da wir immer noch in einem muslimischen Land sind und es zusätzlich bereits Low Season ist, gestaltete es sich als eher schwierig, an Bier zu kommen (was sich vor allem bei Mathias ein bisschen auf die Laune auswirkte J). Auch das Restaurant vom Bushman hatte kein Bier mehr und wollte scheinbar auch keins besorgen, da sie Angst hatten, darauf sitzen zu bleiben. Die Angst konnte Mathias ihnen nicht nehmen J

Ausserdem trübte der Haze auch hier die schöne Aussicht auf das blaue Meer und den grünen Dschungel.

 

Nun ja... nach 3 Nächten mussten wir uns eine neue Unterkunft suchen, da das Bushmans leider ausgebucht war.  Wir entschieden uns, die restlichen 4 Nächte auf der anderen Seite der Insel zu verbringen, beim anscheinend höher frequentierten ABC-Strand (allerdings auch nur in der Hochsaison). Bushman brachte uns mit seinem Pickup wieder auf die andere Seite der Insel. Von dort aus mussten wir bei gefühlten 40 Grad eine halbe Stunde über den Hügel und am Strand entlang laufen, bis wir schliesslich die Bamboo Hill Chalets erreichten.

Nach ein paar Bier und Znacht am Strand legten wir uns in Bett und warteten bis unser Fledermaus-Gast das Zimmer verlassen hatte.

Da ahnten wir noch nicht, dass uns eine kurze Nacht bevor stand...

 

Der Tag der vielen spontanen Entscheidungen an unserem Monatsreisejubiläum

Um kurz vor 4Uhr wachte Mathias auf, weil er ein Rascheln neben seinem Kopf hörte. Zuerst dachten wir, dass die Fledermaus doch noch im Zimmer ist. Doch als Mathias dann mit der Taschenlampe den Nachttisch leuchtete, sass dort zu unserem Entsetzen eine Fledermaus ohne „Fleder“. Da jemand von uns wirklich Panik vor Mäusen hat war an Schlaf nicht mehr zu denken und als ich dann im Bad auch noch eine Maus antraf war die erste Entscheidung gefällt, dass wir hier auf keinen Fall eine weitere bleiben werden. Also warteten wir sehnsüchtig auf den Sonnenaufgang (für schöne Fotos davon waren wir nun leider auf der „falschen“ Seite) um schliesslich um kurz vor 7Uhr auszuchecken. Nach einem kurzen Frühstück nahmen wir den Weg über den Hügel wieder auf uns und fuhren mit dem Taxi (ich bin mir sicher, der Fahrer war erst 12 Jahre alt) zu einer anderen Unterkunft, die aber leider ausgebucht war.

 

Nächste Entscheidung: Wir hatten irgendwie keine Lust mehr länger auf der Insel zu bleiben. Glücklicherweise sollte nach Fahrplan 2h später wieder eine Fähre zum Festland fahren. Dieses Mal fuhr sie auch wirklich. Und so kauften wir uns nun für 35 Ringgit (ca. 8Fr.) ein Fährticket, weg von der Mausinsel. Kurz vor dem Hafen fuhr die Fähre plötzlich nur noch im Schritttempo du wir mussten uns alle in den vorderen Teil des Schiffes begeben, weil es sonst aufgrund der Ebbe nicht weiterfahren konnte. J

Mersing ist nicht wirklich sehenswert und da wir eh schon auf der „Flucht“ sind, stand die nächste Entscheidung bevor: wir wollen noch weiter in den Norden nach Kuantan fahren. Gerade noch rechtzeitig erwischten wir den Bus, der uns innerhalb von 4h nach Kuantan brachte.

Unterwegs haben wir bereits ein tolles Hotelzimmer mit etwas „Luxus“ (Klimaanlage, warmes Wasser, Regendusche, mausfreie Zone) gebucht. Nach diesem anstrengenden Tag wollten wir uns etwas Gutes tun. Auch wenn die Unterkunft deutlich teurer war als die bisherigen, war sie immer noch günstig.

 

Ja nettes Foto von mir, das Mathias da ausgesucht hat :))

Kuantan

Über Kuantan gibt es nicht viel Spannendes zu berichten. Wir verbrachten nur 2 Nächte und 1 Tag dort, haben sehr gut gegessen, gewaschen, ein Päckli mit unnötigen Kleidern nach Hause geschickt und die nächsten Tage geplant, was immer erstaunlich viel Zeit in Anspruch nimmt.

Anscheinend verirren sich nicht viele Touristen nach Kuantan. Dadurch freuten sich die Einheimischen umso mehr über unseren Zwischenstopp und wir kamen schnell mit den überaus freundlichen und hilfsbereiten Menschen in Kontakt.

 

Taman Negara Nationalpark

Mit dem Bus fuhren wir knapp 3h von Kuantan nach Jerantut und von dort aus noch 1h weiter mit einem Minibus zum Taman Negara bzw. nach Kuala Tahan, dem kleinen Dorf direkt am Eingang des Nationalparks. Malaysia hat ein erstaunlich gutes und günstiges Bussystem. Für die lange Reise haben wir insgesamt umgerechnet nur 7 Fr. bezahlt.

Der Taman Negara ist über 130 Millionen Jahre alt und damit das älteste Waldgebiet der Welt. Im Regenwald leben diverse Schlangen-, Vogel- und Insektenarten, Tiger, Leoparde, Elefanten, Nashörner, Wildschweine, Tapir und jede Menge Affen, Geckos und Warane. Die grossen Tiere sieht man allerdings nur selten auf den für die Touristen zugänglichen Wegen. Bessere Chancen grössere Tiere zu sehen, hat man auf der mehrtägigen Tour, bei der man auch im Dschungel schläft. Der grösste Teil des Dschungels ist Naturschutzgebiet und das bleibt hoffentlich auch so.

 

Unterwegs haben wir bereits eine Unterkunft im Hana Guest House organisiert und Razili, der Besitzer, wartete bereits mit einem Lächeln auf uns. Später checkten auch Adelaine und Julia ein, die mit uns im selben Bus gereist sind. Mit ihnen haben wir auch die Tage im Nationalpark verbracht.

 

Nach dem Abendessen am selben Abend haben wir uns am Fluss zu ein paar Gitarre spielenden Einheimischen gesetzt, die uns anschliessend zu sich in den Bandraum einladen wollten. Adelaine hat sofort zugesagt, wobei ich unterdessen solchen Einladungen gegenüber skeptisch bin (Gäu Ninzgä, nicht mehr so wie vor 10 Jahren J). Aber man soll sich ja manchmal auch ausserhalb der Komfortzone bewegen, wobei ich eigentlich lieber auf meine Intuition höre.

Schlussendlich fuhren wir dann trotzdem mit dem Pickup durch dunkle Strassen ins Nirgendwo. Wir erreichten eine Turnhalle, wo ein paar Männer Badminton spielten. Bei uns würde man das wohl weder Turnhalle nennen, noch zulassen, dass sich in solch einem baufälligen Gebäude jemand aufhält. Aber das ist ja eigentlich gerade das Tolle daran!

Neben der Turnhalle befand sich der kleine Raum, der nun tatsächlich ein Bandraum war. Die Jungs und Männer schnappte sich ihre Instrumente und das Mikrofon, spielten ihre Karaokesongs und wollten, dass wir mitsingen.

Nach knapp 2 Stunden brachte uns einer der Männer dann auch wie versprochen wohlbehalten wieder zu unserem Guesthouse.

 

Dschungeltrekking

Am nächsten Tag machten wir uns nach der Frühstück auf den Weg zu einer „kleinen“ Halbtagestour, zusammen mit Adelaine und Julia.

Den ersten Stopp nach einer Stunde machten wir beim Canopy Walk, die längste Hängebrücke der Welt auf 45m Höhe ist nichts für Menschen mit Höhenangst. Obwohl wir keine Höhenhangst haben, war ich dennoch froh, zwischendurch auf der Plattform festen Boden unter den Füssen zu haben. Zur Zeit sind leider nur 280m von 500m zugänglich, da der Rest renoviert wird. Dies schon seit mehreren Jahren J (Miriam und Simon, bei euch war das doch auch schon so?!)

Nach dem Canopy Walk kam der anstrengendste Teil der Wanderung. Knapp 2h steile Treppen hinauf zum Aussichtspunkt. Angesichts der Hitze und der Luftfeuchtigkeit (gefühlte 44Grad) war das eine ganz schöne Herausforderung. Die Aussicht wäre ohne den Haze auf jeden Fall schöner gewesen. Immerhin ein paar Meter weit konnten wir aber doch auf den Regenwald hinunterschauen.

Von dort aus stapften wir weitere 2.5h durch den Dschungel. Da wir hier aber praktisch alleine waren und ein richtiger Waldweg vorhanden war, kaum auch eher ein bisschen Dschungelfeeling auf.

 

Eine kleine Schrecksekunde hatten wir als 2 Meter vor Mathias Füssen eine riesige Schlange aus dem Dickicht über den Weg „huschte“. Da sie neben dem Weg liegen blieb, konnten wir sie aus der Nähe betrachten: mindestens 2 Meter lang, ziemlich dick und schwarz-weiss gemustert. Im Nachhinein konnte uns bislang noch niemand sagen, welche Schlangenart das war. Die meisten behaupteten, dass sie bestimmt giftig war aufgrund der Farben. Ich glaube das allerdings nicht J

Später haben wir jede Menge Elefantenscheisse gesehen, aber leider keinen Elefanten.

 

Zusammengefasst haben wir folgende Tiere gesehen: Raupen, Riesenameisen, ein Chamäleon, kleine Ameisen, jede Menge Insekten, farbige Schmetterlinge und Vögel, Affen, eine Riesenschlange und eine tote Schlange.

Miri und Simon: einen Tiger haben wir nicht gesehn bzw. gehört, nur einen Guide, der das Tigerknurren beängstigend gut nachahmen konnte J

 

Am nächsten Tag fuhren wir bereits weiter in die Cameron Highlands, nach Tanah Rata. Zuerst 2 Stunden flussabwärts mit dem Boot. Eine sehr schöne Fahrt, vorbei an Fischern und badenden Wasserbüffeln. Dann 3.5h weiter mit einem Minibus bis nach Tanah Rata. Doch darüber werden wir das nächste Mal berichten.

 

Ah ja und wie immer gibts in der Fotogalerie wieder neue Best of-Fotos und neue Snapshots!

 


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