Gili Air (2. Teil), Kuta (Lombok), Flores: Labuan Bajo, Bajawa, Moni

In den 3 Wochen, in denen wir schon in Indonesien sind, haben wir schon einiges gelernt (einiges davon wird sich später im Bericht erklären):

  • Geckos rufen sich immer selbst, daher haben sie ihren Namen (ist ja eigentlich logisch, aber richtig realisiert haben wir das erst jetzt durch die ganzen Gecko-Rufen abends)
  • Seesterne haben Augen auf dem Rücken, auch wenn sie eigentlich mit den „Armen“ sehen
  • Das Leben der Indonesier spielt sich hauptsächlich von 5.30 und 10h morgens ab (primär Markteinkäufe für den Tagesbedarf), darum haben viele Touristen das Gefühl, die Asiaten seien faul, da sie den geschäftigen Teil des Tages verpassen. Ausserdem kann hier nicht auf „Vorrat“ gearbeitet werden. Lebensmittel werden jeden Tag frisch gekauft, da die wenigsten Kühlschränke besitzen. Das Huhn wird geschlachtet und tagsüber verarbeitet und gegessen.
  • Lastwagen oder Autos sicher laden ist interpretationssache
  • Mathias weiss nun, dass er sich beim Schnorcheln vorallem den Rücken eincremen sollte
  • Nomda ist das grössere Mimöseli im Ausland was Magengeschichten anbelangt
  • Benzin gibt’s auch in Flaschen
  • Mathias liebt Rollerfahren
  • Keiner ist zu klein, um Roller zu fahren
  • Im Verkehr darf man nur nach vorne schauen, Hand immer an der Hupe (zum Überholen und vorwarnen wird gehupt)
  • Hindus ca. einen Drittel ihres Einkommens für Opfergaben aus
  • In muslimischen Gebieten wird nur mit Mathias geredet, meine Fragen werden ignoriert und entschuldigt wird sich auch nur bei Mathias. Da muss ich mich noch dran gewöhnen :)
  • alle Preise sind verhandelbar
  • Moni Cake ist nicht gleich Moni Cake
  • an die kalten Duschen haben wir uns gewöhnt, an den Fahrstil noch nicht so ganz...
  • hier sind wir für unsere Verhältnisse Frühaufsteher und stehen ohne Probleme zwischen 6 und 7 Uhr auf (und gehen dementsprechend früh ins Bett :))
  • von Insel zu Insel sehen die Menschen sehr unterschiedlich aus.

Doch nun zu den Orten, wo wir unterdessen waren....

 

Gili Air

Dadurch, dass wir den Tauchkurs abbrechen mussten, haben wir die Zeit auf der Insel auf eine andere Art genossen. Wir waren oft an den Cafés und Restaurants am Strand, haben die Insel umrundet (knapp 2h) und die traumhaften Sonnenuntergänge im Westen bewundert. Und wie oben schon erwähnt, war Mathias noch Schnorcheln (ich durfte noch nicht wegen meines Ohres). Er hat sich ganz brav mit Sonnencreme eingecremt, aber den Rücken hat er vergessen und kann nach einer Stunde Schnorcheln mit feuerrotem Rücken aus dem Wasser...

Bei der Inselumrandung wird deutlich sichtbar, dass die ganzen Einheimischen im Inneren der Insel sehr einfach wohnen und rundherum die ganzen Hotels und Tauchschulen etc. in Strandnähe gebaut wurden. Die Insel wird immer mehr ausgebaut und wohl in ein paar Jahren leider die gleiche Partyinsel werden, wie Gili Trawangan... 

Auf der Insel gibt es zudem keinen motorisierten Verkehr, nur Velos und Pferdekutschen.

Kuta (Lombok, nicht zu verwechseln mit Kuta auf Bali)

von Gili Air zurück auf Lombok haben wir das Public Boat nach Bangsal gebucht, das fährt, sobald 35 Personen ein Ticket gekauft haben. Mehr hätten auch wirklich nicht Platz gehabt :)

Für Kuta hatten wir bereits 2 Tage zuvor eine Unterkunft im Sasak Homestay gebucht. Remy (Schweizer) und seine Frau Yuli (aus Lombok) haben das Homestay, welches nur aus 2 Häusern besteht, nach der Tradition der Sasak aus Bambus und Schilf selbst aufgebaut und sind sehr herzliche Gastgeber. Weil es uns dort so gut gefiel haben wir unseren Aufenthalt auf vier Tage verlängert.

In dieser Zeit haben wir 2 Strandtage eingelegt an den wunderschönen Stränden in Kuta. Zu erreichen sind diese eigentlich nur mit dem Roller. Um die westlichen Strände zu erreichen, fährt man über eine Art Pass durch viele kleine Sasak-Dörfer, illegale Steinbrüche, wo nach Gold gesucht wird, vorbei an Wasserbüffelherden und ausgetrockneten Reisfeldern (da zurzeit noch Trockenzeit ist). Auf diesen Strassen freute sich besonders Mathias, dass er so lange Rollerfahren durfte. :)

Für einen Tag haben wir uns einen Fahrer gemietet und sind zu den Wasserfällen Benang Stokel am Fusse des Rinjanis gefahren (1.5h Fahrt). Im dortigen Nationalpark mussten wir einen Guide nehmen, der uns zu 2 von 5 Wasserfällen gebracht hatte. (ein schöner Moment war auch, als wir noch am Anfang kurz aufs WC mussten und ins Hinterzimmer von einer zerfallenen und leerstehenden Hütte gebracht wurden, wo ein paar Jugendliche FIFA auf der Playstation gespielt haben). Unser Führer, der anscheinend 20 ist, aber eher wie 15 aussah, versuchte uns auf dem Weg zu den Wasserfällen auch ein bisschen was zu erzählen und zu zeigen, so wie die grauen und schwarzen Affen und the "little crocodile", welches in Wahrheit aber eher eine Echsenart war :) wir haben uns untern den Wasserfall gestellt und geduscht mit eiskaltem Wasser. sehr erfrischend. An demselben Wasserfall duschten sich auch viele Einheimische, das Unschöne daran war, dass viele davon, die Plastikverpackungen des Shampoos einfach auch ins Wasser geworfen haben.

In Kuta wird viel gebaut und ist vor allem für Surfer ein toller Ort mit einer grossen Auswahl an Surfstränden. in den nächsten Jahren wird es hier wohl deutlich touristischer werden.

 

Der Abfall ist auch eines der grösseren Probleme, die hier herrschen. Es gibt extrem viel Plastikmüll, der im Wasser und vor allem in der schönen Natur herumliegt. und das Bewusstsein für die Umweltverschmutzung dadurch scheint kaum vorhanden zu sein. Einige kehren zwar die Strasse vor ihrem Haus und zünden dann aber abends den Abfallhaufen einfach an.

Eine weitere unschöne Seite ist, dass es manchmal echt anstrengend sein kann, wenn man seine Taschen etc. regelrecht verteidigen muss, damit sie einem nicht aus der Hand gerissen und in ein Taxi geworfen werden, damit man dann zum Taxi kaum mehr nein sagen kann. In den touristischen Gegenden ist es eben ein gutes Geschäft für die Einheimischen und die scheuen sich dann oft auch nicht davor, dich übers Ohr zu hauen. 

Bislang ist uns das noch nicht passiert und wir treffen auch bestimmte "Vorkehrungen" oder informieren uns vorher, damit wir nicht verarscht werden. Man lernt sich zu wehren und nein zu sagen :)

Ansonsten sind die Leute aber sehr freundlich und zuvorkommend und tun alles in ihrer Macht stehende für das Wohlbefinden ihrer Gäste.

 

 

Labuan Bajo

Da wir uns gegen die 4tägige Bootsfahrt von Lombok nach Flores entschieden haben, sind wir geflogen und haben überlebt :)

Labuan Bajo ist das Hauptziel für Tauchende und für alle die auf die Inseln Komodo und Rinca fahren möchten, um die Komodowarane zu sehen. Eigentlich wollten wir nur eine Tagestour machen, aber nachdem uns Franzi und Philipp, ein Pärchen aus München, von der 2 Tagestour inkl. Übernachtung auf dem Boot vorgeschwärmt haben, waren wir auch überzeugt. Glücklicherweise haben wir auf der Strasse genau die richtigen Leute erwischt und gefragt, ob sie mit uns die Tour machen möchten (um buchen zu können, mussten wir zu viert sein). Mit Beth und Will aus Manchester starteten wir also ins Abenteuer, wenn auch noch ein bisschen skeptisch, da wir das Boot vorher nicht gesehen haben und wissen, dass es auf der Überfahrt doch einige sehr starke Strömungen haben kann.

Doch unsere Zweifel verflüchtigen sich schnell, spätestens als wir den Sonnenuntergang auf dem Boot mit Bier „begleitet“ haben, die Fledermäuse über unseren Köpfen hinweggeflogen sind und im Hintergrund die Hügel leuchteten, da wieder einmal aufgrund der Dürre ein Feuer ausgebrochen war. Das ist zwar nicht schön für die Natur, aber es sah echt toll aus, fast wie Lava, die aus dem Berg strömte. Bis spät in die Nacht genossen wir die ruhige See, den tollen Sternenhimmel und zur Krönung des Abends bemerkten wir das leuchtende Plankton im Wasser, dass aufleuchtete, sobald wir beispielsweise Wasser ins Meer gossen. Wunderschön anzusehen... Ausserdem waren wir an unterschiedlichen Orten schorcheln, haben Delfine, Mantarochen und jede Menge schöne Korallen und Fische und natürlich auch die beeindruckenden Komodowarane gesehn. Die 3-köpfige Crew inkl. obercoolem Kapitän hat sich wunderbar um uns gekümmert und sehr leckeres und viel Essen für uns gekocht. Kurzum: es war perfekt!

 

Dear Willu and Bethu J we had a blast with you guys! Thank you for the two perfect days „on a boat“. We will never forget the trip and specially the komodo chicken, such an amazing animal :) and of course the luminescent plankton was just awesome. Hope to see you again!

 

Bajawa

In Labuan Bajo gibt es ansonsten nicht viel zu unternehmen und wir wollen noch mehr von Flores sehen. Deswegen haben wir einen Bus gebucht, der uns nach Bajawa bringt, 13h später sind wir dann auch angekommen (dank 2 Stunden Wartezeit beim Umsteigen und vielen Baustellen). Der Bus war aber erstaunlich komfortabel und so haben wir noch etwas Schlaf nachholen können.

 

Am nächsten Tag haben wir von unserem Homestay einen Roller gemietet und haben die traditionellen Ngada Dörfer angeschaut. Das schönste am Ganzen war aber die Fahrt durch die Bergdörfer, die vielen Kinder, die sich freuen „Weisse“ zu sehen und HighFive beim Vorbeifahren machen und alle freundlichen Leute unterwegs. Als Krönung haben wir uns ein Bad in einer heissen Quelle gegönnt am Rande des Vulkans Gunung Inerie, wo der kühle Fluss mit der heissen Quelle zusammenkommt.

 


Moni

Je weiter wir ins Inselinnere von Flores gefahren sind, desto unkomfortabler und anstrengender wurde die Reise. Mit einem „shared car“ sind wir von Bajawa 3h nach Ende gefahren. Bis dahin lief alles wunderbar. Wir wussten, dass wir in Ende dann in ein anderes Auto umsteigen und zwar mitten auf der Strasse. Unsere Rucksäcke wurden umgeladen und so ganz waren wir noch nicht sicher, ob wir dann wirklich im richtigen Auto sitzen, da wir in die entgegengesetzte Richtung fuhren. Zuerst  mussten wir noch jemanden abholen in einem abgelegenen Ort. Schnell hat sich herumgesprochen, dass im Auto zwei "Bule" ("Weisse") sitzen. Also Tür auf, kleines Kind zu uns gesetzt, Foto gemacht, nächstes Kind, Tür wieder zu, weiter fahren :). Auf dem Weg nach Moni haben wir schliesslich insgesamt noch 7 weitere Mitfahrer eingeladen. Den Fahrer haben wir zwischenzeitlich gewechselt, da dieser dann doch lieber am Strassenrand um Geld spielen wollte, anstatt Auto zu fahren. Also neuer Fahrer und weiter. Bei ner Baustelle mussten wir knapp ne Stunde warten und unsere Mitfahrer gaben uns zu spüren, dass sie sich schöneres vorstellen können als mit uns zu fahren. Mir war nicht mehr so ganz wohl und war froh als wir nach 3h anstrengender und eingequetschter Fahrt heil angekommen sind. Zum Glück kann Mathias mit solchen Situationen gelassener umgehen und behält den humorvollen Blick auf alles. <3


Zusammen mit Nancy (Zürcherin und erste Schweizerin, der wir begegnen), die wir schon in Bajawa kennengelernt haben, teilen wir uns ein Bungalow für die nächsten 2 Nächte, eine davon ohne Strom und Wasser.

Am nächsten Morgen stehen wir um 3.30 Uhr auf, um auf den Kelimutu zu fahren. 20min laufen und gerade noch rechtzeitig erreichen wir den Gipfel um einen wunderschönen Sonnenaufgang mit zu erleben. Die Stimmung auf dem Vulkan mit den 3 Kratern mit unterschiedlich farbigen Seen (unterschiedliche Farben aufgrund von gelösten Mineralien) in ist bezaubernd. So bezaubernd, dass wir (zusammen mit Nancy, Nigel und Verena) noch bis kurz vor 9 Uhr oben bleiben, die Stimmung, die wundervolle Aussicht und das tolle Wetter geniessen bevor wir den 2.5-stündigen Weg nach unten auf uns nehmen (die meisten sind zu diesem Zeitpunkt schon verschwunden und lassen sich vom Auto runterfahren).


Kurz vor Moni kehren wir in Martha Café ein. Café heisst, sie hat vor ihrem Haus einen Tisch aufgestellt. unser Ziel war eigentlich, den Moni Cake zu probieren, von dem uns andere gestern Abend vorgeschwärmt haben. das soll so was wie ein Knödel aus Kartoffelstock sein, gefüllt mit Fleisch und Gemüse, überbacken mit Käse. Eine Spezialität aus Moni. Was wir bekommen: Kartoffelstockmasse mit Schnittlauch zwischen zwei Keksen und das ganze noch frittiert, dazu ein "Dip" aus Tomatenmark mit Zwiebeln oder so. Wir sind uns bis heute noch nicht sicher, ob sie sich nicht getraut hat zu sagen, dass sie nicht mehr alle Zutaten hat oder einfach gedacht hat, dass sie uns irgendwas auftischen kann. Auf jeden fall ein amüsantes Erlebnis. :)



Danke Nancy für die schönen Stunden mit dir! Wir wünschen dir für die letzten 2 Wochen deiner Reise alles Gute und noch viele schöne Erlebnisse und wir sehen uns dann in der Schweiz mal?! :)


Nach einer Nacht in Ende sitzen wir nun im Hotel auf Bali, klimatisiert und mit warmer Dusche!! ein Luxus und wir freuen uns über diese "Kleinigkeit". Morgen fliegen wir weiter nach Singapur und dann schauen wir weiter. Wir werden auf jeden Fall ein paar Tage "Ferien" einbauen, da wir in den letzten 2 Wochen doch sehr viel herumgereist sind. Eigentlich wollten wir direkt nach Sumatra weiterreisen, aber uns rennt die Zeit davon und unser 30-tägiges Visum läuft ab. Deshalb war unser Plan ursprünglich, nach Singapur zu reisen und wieder neu nach Indonesien einzureisen. Da die Waldbrände aber immer schlimmer werden und der Smog dementsprechend auch, werden wir unsere Pläne wohl umstellen und erst später nach Sumatra reisen.


In der Fotogalerie gibt es auch wieder neue Fotos (immer noch im Indonesien-Ordner) und einen neuen Ordner mit "Snapshots". Viel Spass beim Durchklicken.

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